15 € Wunsch-gutschein

Bitte geben Sie das Geburtsdatum der zu versichernden Person ein. Dieses ist wichtig für die Berechnung der Beitragshöhe.

Zahnzusatzversicherung für Kinder: Ist sie überhaupt sinnvoll?

Häufig wird Eltern geraten für ihre Kinder eine private Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Doch lohnt sich dies wirklich? Eine Zahnzusatzversicherung macht Sinn, wenn sie die hohen Kosten kieferorthopädischer Behandlungen übernimmt. Im Bereich Kieferorthopädie werden nicht alle Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse abgedeckt. Einige Behandlungen, wie die Korrektur leichter Fehlstellungen, sind sogar völlig von der Leistung ausgeschlossen. Eine Zahnzusatzversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse in wichtigen Punkten und bietet darüber hinaus weitere Zusatzleistungen an.

Grundsätzlich sind kieferorthopädische Behandlungen im Kindesalter Leistungsbestandteil der gesetzlichen Krankenkasse. Allerdings leistet diese nur unter bestimmten Voraussetzungen und übernimmt meist nicht die vollen Behandlungskosten. Bei der Kostenübernahme orientieren sich alle Krankenkassen an den sogenannten kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG-Stufen), die zur Einteilung des Schweregrades einer Zahnfehlstellung dienen. Nur mittelschwere bis schwere Fehlstellungen, entsprechend den KIG-Stufen 3 bis 5, sind im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse vorgesehen. In diesen Fällen werden bis zu 80% der Kosten von der Krankenversicherung übernommen, vorausgesetzt es kommt die zweckmäßigste, günstige Behandlungsmethode zum Einsatz. In Anbetracht der hohen Kosten kieferorthopädischer Behandlungen ist allerdings auch in diesem Fall mit einer Selbstbeteiligung in Höhe einiger hundert Euro zu rechnen.

Private Zahnzusatzversicherungen mit guten Leistungen im Bereich Kieferorthopädie übernehmen nicht nur die Selbstbeteiligung bei von der Krankenkasse abgedeckten Behandlungen größtenteils, sie leisten zudem regelhaft bei Korrekturen leichter Fehlstellungen der KIG-Stufen 1 und 2. Dieses würden andernfalls mit einer hohen Kostenbelastung für die Eltern einhergehen. Weiterhin bieten die meisten Zahnzusatzversicherungen eine Reihe von Sonderleistungen im Bereich Kieferorthopädie an. Darunter fallen beispielsweise spezielle, innenliegende oder unsichtbare Zahnspangen sowie „Speed“-Brackets, die einen schnellen, schmerzärmeren Behandlungserfolg ermöglichen.

Darüber hinaus lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kinder aufgrund ihrer Vorsorgeleistungen. Besonders die Übernahme der professionellen Zahnreinigung, aber auch der Versieglung und Fluoridierung aller Zähne des Gebisses stellen wichtige Maßnahmen dar um die ersten bleibenden Zähne effektiv vor Kariesschäden zu schützen und die Zahngesundheit eines Kindes langfristig zu erhalten.

Kostenübernahme durch GKV und UKV ZahnPrivat Premium nach KIG-Stufen
KIG-Stufe 1-2 3 4 5
Grad der Fehlstellung sehr leicht / leicht mittel schwer sehr schwer
Übernahme durch die Krankenkasse Nein Ja Ja Ja
Erwartete Kosten 5000 € 2500-7500 € 5000-10000 € 7500-12500 €
Eigenanteil ohne ZZV 5000 € 500-1500 € 1000-2000 € 1500-2500 €
Eigenanteil mit ZZV 1400 € 50-100 € 100-200 € 150-250 €

Ähnlich wie bei Zahnzusatzversicherungen für Erwachsene unterliegt die Leistungssumme in den ersten 4 bis 5 Jahren nach Versicherungsabschluss bei vielen Anbietern bestimmten Begrenzungen. Der maximal erstattungsfähige Betrag wächst jedoch von Jahr zu Jahr. Allerdings fällt die Begrenzung, anders als in anderen Leistungsbereichen, mit Auslaufen der Summenbegrenzungen nicht vollständig weg. Die meisten Zahnzusatzversicherungen behalten sich weiterhin vor für kieferorthopädische Maßnahmen nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag zu zahlen (z.B. 3600 € bei der UKV ZahnPrivat Premium). Wünschenswert ist eine Erstattungssumme von mindestens 1500 € für leichte (KIG 1 und 2) und schwerere Fehlstellungen (KIG 3 bis 5).

Alle aktuell verfügbaren Tarife schließen Behandlungen, die bereits durch den Zahnarzt angeraten, geplant oder sogar begonnen wurden von der Leistung aus. Eine Zahnzusatzversicherung für ein Kind sollte also unbedingt abgeschlossen werden, bevor eine Zahnfehlstellung erkennbar wird und vielleicht schon der erste Besuch beim Kieferorthopäden ansteht.

Die Kosten eines Tarifs für Kinder, der insbesondere auch kieferorthopädische Leistungen umfasst, variieren abhängig vom Leistungsumfang der jeweiligen Versicherung stark. Eine gute Basisabsicherung ist bereits für ca. 10-15 € monatlich möglich (z.B. DKV KDT85 + KDBE, 100 % Übernahme bei KIG 1 bis 5, max. 1500 €). Eine umfangreichere Absicherung ist mit 20 bis 25 € schon recht teuer (z.B. ARAG Dent100, KIG 1-2 90 %, KIG 3-5 90 % max. 2000 €). Zudem richtet sich der Monatsbeitrag nach dem Eintrittsalter und steigt meist im Verlauf an.

Im Allgemeinen raten Experten dazu, eine Zahnzusatzversicherung für Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren, spätestens aber bis zum 8. Lebensjahr abzuschließen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebiss meist vollständig entwickelt, es zeichnen sich aber noch keine Fehlstellungen ab. Zudem sollte bei Abschluss einer Versicherung daran gedacht werden, das viele Anbieter während der ersten 4 bis 5 Jahre nicht die volle Summe leisten und eventuell eine höhere Selbstbeteiligung auf die Eltern zukommt.