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Von giftig bis gesund – Die Inhaltsstoffe von Zahnpasta

Wir achten auf die Herkunft unserer Nahrung, auf enthaltene Zusatzstoffe, wir trennen unseren Müll, wir kaufen Kaffee, der hundertprozentig fair gehandelt wurde. Wir versuchen, keine Gifte und nicht zu viel Chemie zu uns zu nehmen. Dabei vergessen wir leicht, dass nicht nur Essen mit schädlichen Inhaltsstoffen angereichert sein kann. Auch in Kosmetikprodukten können Bestandteile enthalten sein, die möglicherweise unsere Gesundheit gefährden. Das gilt vor allem für Zahnpasta. Obwohl jede Tube mit dem Hinweis versehen ist, dass das Produkt nicht verschluckt werden sollte, nehmen wir doch über die Mundschleimhaut einen Teil der Inhaltsstoffe auf. Schon seit Jahren warnen einige Wissenschaftler, Ernährungsberater und Umweltschützer vor den angeblich schädlichen Inhaltsstoffen von Zahnpasta. Besonders das beinahe überall enthaltene Fluorid geriet dabei in die Kritik. Aber auch Süßstoffe, Bindemittel und Tenside sind mitunter gesundheitsschädlich. Was hat es mit diesen Gerüchten auf sich?

Zahnpasta – ein alltägliches Produkt

Einer aktuellen Umfrage zufolge benutzen etwa 44 Millionen Deutsche mehrmals täglich Zahnpasta. 2,89 Millionen davon verwenden spezielle weißende bzw. aufhellende Produkte, 5,36 Millionen Menschen behaupteten, vollständig darauf zu verzichten [1][2]. Die beliebtesten Sorten sind dabei Colgate, Blend-a-med und Odol med 3 [3]. Für die meisten Verbraucher, die weder ausgebildete Pharmakologen noch Chemiker sind, ist es schwierig, die Zusammensetzung der einzelnen Produkte zu verstehen. Gerade bei Zahnpasta kann das aber entscheidend sein. Die Mundschleimhaut resorbiert besonders gründlich. Darüber aufgenommene Wirkstoffe gelangen sehr schnell in die Blutbahn und damit in den gesamten Körper [4]. Deshalb gibt es verschiedene Medikamente, z. B. zur Behandlung von Herzproblemen oder Migräne, die unter der Zunge oder in der Wangentasche aufgelöst werden. Auch die Inhaltsstoffe von Zahnpasta gelangen zumindest teilweise über die Mundschleimhaut in den Körper. Aber abgesehen von allgemeinen Gesundheitsrisiken schädigen die giftigen Inhaltsstoffe der Zahnpasta vor allem Mund und Zähne, so die Theorie.

Für den Verbraucher sind Informationen zur vorgeblich toxischen Wirkung verschiedener Inhaltsstoffe, die häufig ohne Studienbelege präsentiert werden, meistens sehr verwirrend. Für diejenigen, die dadurch verunsichert sind, gibt es aus natürlichen Inhaltsstoffen hergestellte Bio-Zahnpasta, die weniger schäumt und in der keine Aromen enthalten sind. Wer aber bei der handelsüblichen Zahncreme bleiben möchte, kann einige Kriterien zur Auswahl des richtigen Produktes berücksichtigen: Weißende Zahnpasten sind in der Regel nicht zu empfehlen, da sie die Zahnoberflächen angreifen und zu Schmerzempfindlichkeit oder gar Karies führen können. Einige Hersteller geben auf ihren Produkten den sogenannten RDA-Wert (Relative-Dentin-Abrieb) an. Er zeigt an, wie sehr die Zahnoberflächen durch die Zahncreme angegriffen werden. Ein RDA von 20 bis 60 gilt als schonend für die Zahngesundheit. Weiterhin sollten Kinder Zahncremes mit reduziertem Fluoridgehalt verwenden. Produkte, die völlig frei von Fluorid sind, sind allerdings nicht zu empfehlen, da Fluorid Karies vorbeugt [5].

Gift oder Kariesprophylaxe?

Zahnpasta besteht größtenteils aus Putzkörpern. Das sind winzige Partikel, welche die Zähne reinigen, den Zahnschmelz aber nicht abschleifen sollen. Die Putzkörper sind hauptsächlich für die reinigende Wirkung der Zahncreme verantwortlich. Dazu kommen Bindemittel, welche die einheitliche Konsistenz garantieren, Feuchthaltemittel, Konservierungsstoffe, Aromen, Süßstoffe, schaumerzeugende Mittel, Farbstoffe, Wasser und desinfizierende Bestandteile [6].

Seit vielen Jahren diskutieren Wissenschaftler die vermeintlich gesundheitsschädliche Wirkung von Fluorid. Fluorid, ein spezielles Salz, das in beinahe jeder Zahnpasta enthalten ist, schwächt laut seiner Kritiker das Immunsystem, wirkt sich negativ auf Knochen und Zähne aus, ist krebserregend und hemmt den Stoffwechsel [7]. Andererseits gilt Fluorid als das beste Mittel zur Kariesprophylaxe. Tatsächlich härtet es den Zahnschmelz, der den Zahn umhüllt, und schützt damit vor Karies. Allerdings beugt es neuesten Studien zufolge der Erkrankung nicht so effektiv vor, wie bisher angenommen. Das beste Mittel zur Prophylaxe ist noch immer die tägliche Mundhygiene. Die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Fluorid konnten nach Angaben der Stiftung Warentest bisher in Studien nicht nachgewiesen werden. Die beim Zähneputzen aufgenommene Menge ist zu gering, um eine giftige Wirkung zu erzielen. Erst bei der Aufnahme großer Mengen kann es zu Gesundheitsschäden kommen [8][9].

In der Kritik stehen aber noch weitere Inhaltsstoffe von Zahnpasta: Triclosan, ein chemisches Desinfektionsmittel, trägt dazu bei, dass Resistenzen gegen bestimmte bakterienbekämpfende Medikamente entstehen. Natriumlarysulfat, ein Tensid, das dafür verantwortlich ist, dass die Zahnpasta beim Putzen schäumt, reizt die Mundschleimhaut und löst Allergien aus. Parabene, die der Zahnpasta als Konservierungsmittel hinzugefügt werden, sind angeblich krebserregend. Polyethylenglykole (PEGs) garantieren die einheitliche pastenartige Konsistenz, fördern aber die Resorptionsfähigkeit der Mundschleimhaut und sorgen damit dafür, dass mehr schädigende Wirkstoffe aufgenommen werden. Es gibt wenige wissenschaftliche Belege für die Giftigkeit der hier aufgezählten Inhaltsstoffe in kleinen Mengen. Dennoch kursieren solche Gerüchte und werden gerade im Internet heiß diskutiert. Wer verunsichert ist und Rat zur Auswahl einer aus medizinischer Sicht einwandfreien Zahnpasta sucht, sollte sich am besten an seinen Zahnarzt werden.

Die Dosis macht das Gift

Was die Inhaltsstoffe von Zahnpasta angeht, gilt, was auch auf alle anderen chemischen oder natürlichen Substanzen zutrifft: Die Dosis macht das Gift. Obwohl Zahncreme durch die Mundschleimhaut resorbiert wird, gelangen nur geringe Mengen der Bestandteile in den Organismus. Wie alle anderen Produkte wird natürlich auch Zahnpasta mit Versprechen beworben, die sie nicht immer halten kann. Trotz einer täglichen Mundhygiene können Karies, Parodontitis oder Zahnverfärbungen auftreten. Aber eine gute Zahnpflege, auch durch die Verwendung von Zahnpasta, und regelmäßige Zahnarztbesuche sind noch immer die beste Prophylaxe für Zahnerkrankungen und tragen dazu bei, die Gesundheit langfristig zu erhalten.

Bibliografie

[1] „Bevölkerung in Deutschland nach Häufigkeit der Verwendung von Zahncreme oder -gel (normal)“, http://de.statista.com/statistik/daten/studie/181208/umfrage/haeufigkeit-verwendung-von-zahncreme-oder-zahngel/, 01.06.2015 [2] „Bevölkerung in Deutschland nach Häufigkeit der Verwendung von weißender Zahncreme oder -gel“, http://de.statista.com/statistik/daten/studie/181210/umfrage/haeufigkeit-verwendung-von-weissender-zahncreme-oder-zahngel/, 01.06.2015 [3] „Ranking der beliebtesten Zahncreme-Marken (Verwendung in den letzten 4 Wochen) in Deutschland“, http://de.statista.com/statistik/daten/studie/171573/umfrage/verwendete-zahncrememarken-in-den-letzten-4-wochen/, 01.06.2015 [4] „Über die Mundschleimhaut führende Verabreichung von Arzneimitteln“, http://www.medizinfo.de/arzneimittel/resorption/sublinguale_verabreichung.shtml, 01.06.2015 [5] Almud Rischer, „Zahncremes, aber bitte natürlich“, https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/zahncremes-aber-bitte-natuerlich/, 01.06.2015 [6] Nicolas Gumpert, „Zahnpasta“, http://www.dr-gumpert.de/html/zahnpasta.html. 01.06.2015 [7] „Gefährliche Stoffe in der Zahnpasta“, http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zahnpasta-inhaltsstoffe-ia.html, 01.06.2015 [8] Irene Berres, „Mythos oder Medizin: macht Fluorid in Zahnpasta krank?“, http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wie-gefaehrlich-ist-das-fluorid-in-der-zahnpasta-a-946074.html, 01.06.2015 [9] Stiftung Warentest, „Gefährdet Fluorid die Gesundheit?“, https://www.test.de/Zahnpasta-im-Test-4607097-4723631/, 01.06.2015