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Von Geburt an gut versorgt – Zahnvorsorge für Kinder

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Das gilt nicht nur fürs Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch für den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Mundgesundheit. Schon in den ersten Lebensjahren sollten Kinder an eine gründliche Zahnpflege und regelmäßige Zahnarztbesuche gewöhnt werden. So werden spätere Gesundheitsschäden vermieden. Mundhygiene und Prophylaxe im Kindesalter dienen aber nicht nur der Vorsorge. Auch das Milchgebiss kann von Karies befallen werden.

Zahnbehandlungen bei den Kleinsten

Faulige Zähne bei Kindern sind heutzutage seltener geworden. Nur etwa ein Drittel aller Heranwachsenden leidet an Karies. Noch vor zehn Jahren war der Anteil der erkrankten Kinder deutlich höher als heute. Zahnpflege und Mundhygiene sind heute fester Bestandteil der Erziehung. Im Kindergarten, in der Grundschule und zu Hause werden die Kleinsten auf spielerische Art und Weise mit der Zahngesundheit konfrontiert. Eltern sind sich der Tatsache bewusst, dass zuckerhaltige Getränke und häufiges Naschen nachhaltig die Kinderzähne schädigen. Sobald die ersten Milchzähne durchbrechen, empfiehlt sich ein erster Zahnarztbesuch mit den Kleinen. Durch häufige und routinemäßige Kontrollen gewöhnt sich das Kind an die Untersuchung und entwickelt später mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Zahnarztphobie. Schon die ersten Zähne im Säuglingsalter sollten mit einer weichen Zahnbürste geputzt werden. Sobald das Kind drei Jahre alt wird, kann es die Bürste allein halten und die Grundregeln der Mundhygiene erlernen. Bis es in der Lage ist, flüssig zu schreiben, also bis ins Grundschulalter hinein, sollten Eltern das Putzergebnis kontrollieren und eventuell nachhelfen [1] [2].

Zahnversorgung und Kostenerstattung der Gesetzlichen Krankenversicherung

Milchzähne sind anfälliger für Karies als die nachwachsenden bleibenden Zähne. Der Zahnschmelz, der vor Bakterienbefall schützt, ist dünner und weniger widerstandsfähig. Daher treten auch bei den Kleinsten trotz guter Pflege häufig kariöse Stellen auf. Diese erscheinen zunächst heller als der übrige Zahn und fühlen sich rau an. Entdecken Eltern solche verdächtigen Krankheitsherde bei ihren Sprösslingen, sollte dringend ein Zahnarzt aufgesucht werden. Im frühen Erkrankungsstadium kann der Fortschritt des Befalls in einigen Fällen noch mit einer Fluoridierung aufgehalten werden, die den Zahnschmelz härtet. Ist dies nicht möglich, kommt der Bohrer zum Einsatz. Füllungen im Kindesalter bestehen entweder aus Glasionomerzement oder Kunststoff. Eine Kunststofffüllung ist haltbarer und nicht sichtbar, während eine Zementfüllung sich schnell abnutzt und als kleine, gelbe Stelle am Zahn zu erkennen ist. Die Krankenkasse zahlt allerdings nur die günstigere Zementvariante. Die Mehrkosten für eine hochwertigere Füllung müssen Eltern selbst bezahlen. Der Eigenanteil übersteigt dabei selten 25 Euro. In einigen Fällen ist die Karies so weit fortgeschritten, dass eine Überkronung der Zähne nötig wird. Dabei muss zunächst eine Wurzelbehandlung am Milchzahn durchgeführt werden. Danach wird eine vorgefertigte Krone aus Stahl angepasst. Das „Prinzesskrönchen“ oder der „Ritterzahn“ ruft oft große Erheiterung bei den Sprösslingen hervor. Wird aber eine Überkronung an den Frontzähnen nötig, empfiehlt sich die Verwendung einer keramisch verblendeten, weißen Krone. Auch hier trägt die gesetzliche Krankenversicherung die Mehrkosten nicht [1][3][4][5].

Zahnfehlstellungen und Lückenversorgung

Fällt ein Zahn zu früh aus oder muss gezogen werden, kann es notwendig sein, einen Lückenhalter anzufertigen, der wie eine Zahnspange in das Kindergebiss eingefügt wird. Es gibt herausnehmbare und festsitzende Lückenhalter. Gerade im Bereich der Backenzähne ist diese Maßnahme unbedingt sinnvoll, da die umliegenden Zähne sich verschieben könnten. Eine Zahnfehlstellung könnte im bleibenden Gebiss entstehen. In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten für diese Behandlung vollständig [3][4]. Sind die ersten bleibenden Zähne durchgebrochen und zeichnet sich eine Zahnfehlstellung ab, rät der Zahnarzt häufig zu einer Zahnspange. Eine Spangenbehandlung sollte allerdings erst ab dem 7. bis 9. Lebensjahr durchgeführt werden. Verfrühte Behandlungen sind im kieferorthopädischen Bereich weniger erfolgreich. Durch eine Zahnspange kann späteren Kieferproblemen und einer verstärkten Zahnabnutzung durch eine ungünstige Belastung der Kauflächen vorgebeugt werden. Die Krankasse übernimmt 80 % der entstehenden Kosten. Bei Geschwisterkindern steigt der Kassenanteil sogar auf 90 % an. Schließt das Kind die Behandlung erfolgreich ab, können die Eltern die Rückerstattung des Eigenanteils beantragen [1][4].

Vorsorge ist der beste Schutz für Kinderzähne

Die wichtigste Rolle bei der Mundhygiene im Kindesalter spielt jedoch die Vorsorge. Die Kasse bezahlt Heranwachsenden im Alter von sechs bis siebzehn Jahren zweimal im Jahr die sogenannte Individualprophylaxe (IP). Diese beinhaltet verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört eine regelmäßige Kontrolluntersuchung. Außerdem sollen Eltern und Kinder im Rahmen der IP über eine gründliche, altersgerechte Mundhygiene aufgeklärt werden. Die Putztechnik und die Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten werden mit der Prophylaxehelferin besprochen. Außerdem schließt die Prophylaxe bei Kindern die Fluoridierung der Zähne durch ein bestimmtes Gel und die Fissurenversiegelung im Backenzahnbereich mit ein, die das Kariesrisiko um 70 bis 90 % senkt. Wer mit seinem Sprössling zweimal im Jahr zur IP erscheint, sollte außerdem nicht vergessen, den Zahnarzt das Bonusheft des Kindes stempeln zu lassen. So hat es bereits zur Volljährigkeit Anspruch auf zusätzliche 30 % Kostenübernahme durch die Krankenkasse bei Zahnersatz [2].

Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen wesentlich mehr Leistungen für Kinder vorsehen als für Erwachsene, kann sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung auch für den Nachwuchs lohnen. Gerade wenn es sich abzeichnet, dass kieferorthopädische Maßnahmen notwendig werden, ist eine solche Versicherung durchaus sinnvoll. Mit dem Unterzeichnen der Police sollten Eltern allerdings nicht zu lange warten. Sobald der Zahnarzt die Notwendigkeit einer späteren Maßnahme feststellt, kommt die Versicherungsgesellschaft nicht mehr für die Kosten auf. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem 5. Lebensjahr des Kindes den Vertrag zu unterzeichnen [6]. Eine Zahnversicherung für Kinder sollte vor allem in den Bereichen Prophylaxe, Zahnbehandlung und Kieferorthopädie leisten. Zahnersatz muss für die Kleinsten nur sehr selten angefertigt werden. Zusätzliche Prophylaxebehandlungen wie eine Professionelle Zahnreinigung, der Einsatz von Chlorhexidin-Lacken zur Wiederherstellung der gesunden Mundflora und die Versiegelung von Fissuren auch im Frontzahnbereich kann die Zusatzversicherung übernehmen. So wird effektiv späteren Erkrankungen vorgebeugt. Ein weißes und gesundes Kinderlächeln sollte es Eltern wert sein, ihre Jüngsten frühzeitig mit dem Thema Mundgesundheit vertraut zu machen und regelmäßig mit Ihnen zur Kontrolluntersuchung zu erscheinen [6].

Quellenangaben:

[1] Beate Wagner, „Mama, mein Mund tut weh!“, http://www.stern.de/gesundheit/zaehne/erkrankungen/zahnkrankheiten-bei-kindern-mama--mein-mund-tut-weh--3225900.html, 06.11.2015 [2] „Individualprophylaxe für Kinder“, http://www.zahngesundheit-online.com/Prophylaxe/Individualprophylaxe-fuer-Kinder/, 06.11.2015 [3] „Zahnbehandlungen“, http://www.milchzahn-co.de/43.html, 06.11.2015 [4] „Kosten von Zahnbehandlungen für Kinder“, http://www.kosten-zahnarzt.com/kosten-von-zahnbehandlungen-fur-kinder, 06.11.2015 [5] „Zahnversorgung“, http://www.kinderzahnarzt-buchholz.de/zahnversorgung.html, 06.11.2015 [6] „Zahnzusatzversicherung für Kinder“, http://ratgeber.zahnzusatzvers... 06.11.2015