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Schmerz, lass nach: Wie Sie mit empfindlichen Zähnen umgehen sollten

Etwa 30 Prozent aller Erwachsenen leiden unter schmerzempfindlichen Zähnen. Kälte, Hitze und süße, saure, harte oder schwer zerkaubare Speisen können bei diesen Menschen unangenehme Schmerzen verursachen. Bei einigen Patienten führt die Angst vor den Schmerzen sogar zu einer Vernachlässigung der Mundhygiene – die Empfindlichkeit verschlimmert sich infolgedessen. Schmerzempfindliche Zähne können nur begrenzt mit Hausmitteln behandelt werden. Der Gang zum Zahnarzt lohnt sich in jedem Fall. Mit verschiedenen, meist nicht invasiven Methoden kann dieser die Schmerzen lindern und gemeinsam mit dem Patienten für dauerhafte Beschwerdefreiheit sorgen.

Ernährung, Mundhygiene, Zähneknirschen: Wie kommt es zu schmerzempfindlichen Zähnen

Schmerzempfindliche Zähne sind keine Alterserscheinung. Bei den meisten Patienten tritt dieses Leiden erstmals zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf. Zu Schmerzempfindlichkeit kommt es durch die Abnutzung des Zahnschmelzes, also der obersten Schicht des Zahns. Ist diese beschädigt, ist das darunterliegende Dentin, das man auch Zahnbein nennt, schutzlos allen möglichen physischen und chemischen Reizen ausgesetzt. Die Dentinschicht ist von unzähligen Nerven durchzogen. Diese Nerven reagieren auf Reize wie Kälte, Hitze, Zucker, Säuren, Druck und in einigen Fällen schon leichte Berührungen. So entsteht ein ziehender, unangenehmer Schmerz. Es kann aber auch durch das Freiliegen der empfindlichen Zahnhälse, die ebenfalls aus Dentin bestehen, zu Schmerzempfindlichkeit kommen [1].

Schmerzempfindliche Zähne sind eine anerkannte Krankheit, die man Dentinhypersensibilität (DHS) nennt. Die Diagnose Dentinhypersensibilität ist eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass zunächst andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden müssen, bevor die Diagnose gestellt wird. Der DHS-Schmerz unterscheidet sich nicht unbedingt von Symptomen einer Zahnfraktur oder von Kariesschmerzen. Nicht zuletzt kann nach einer traumatischen Zahnbehandlung eine Zeitlang ein ähnlicher Schmerz auftreten. Erst, wenn diese Ursachen abgeklärt sind, kann eine DHS diagnostiziert werden [2].

Dentinhypersensibilität kann viele Ursachen haben. Am häufigsten entsteht diese Erkrankung durch falsche Ernährung: Säuren greifen den Zahnschmelz an und verursachen eine Zahnschmelzerosion. Die Schutzschicht des Zahnes wird dadurch abgetragen, solange bis das Dentin freiliegt. Aber auch eine aggressive Mundhygiene kann zu schmerzempfindlichen Zähnen führen. Zu festes Putzen, harte Bürsten und abrasive Zahncremes sorgen ebenfalls für die Abtragung des Zahnschmelzes. Aufhellende Zahnpasten sind diesbezüglich besonders schädlich. Menschen, die nachts oder in Stresssituationen mit den Zähnen knirschen (Bruxismus) sind ebenfalls häufig von Dentinhypersensibilität betroffen. Schließlich kann eine Parodontitis oder eine einfache Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zum Rückzug des Zahnfleisches und damit zum Freiliegen der empfindlichen Zahnhälse führen [1][3].

Diagnose Dentinhypersensibilität: Und nun?

Ein beliebtes Hausmittel gegen schmerzempfindliche Zähne sind Gewürznelken. Diese haben leicht betäubende, antiseptische Eigenschaften. Zwei Gewürznelken können zermahlen und mit einem Esslöffel Olivenöl vermischt werden. Die Mischung wird dann auf die empfindlichen Zahnoberflächen mit dem Finger aufgetragen und sollte etwa 30 Minuten einwirken [4].

Langfristig lässt sich eine DHS aber in der Regel nicht mit Hausmitteln behandeln. Ein Besuch beim Zahnarzt ist unumgänglich. Dort wird gemeinsam mit dem Patienten über die richtige Behandlungsmethode entschieden. Die Therapie setzt sich meist aus zwei Bestandteilen zusammen, nämlich zum einen aus Maßnahmen, welche der Patient selbst zu Hause ergreifen muss und zum anderen aus unterstützenden Behandlungen durch den Zahnarzt. Bei der Mundhygiene sollte der Patient in Zukunft weiche Bürsten und desensibilisierende Zahncremes (z. B. elmex sensitiv professional, Sensodyne Rapid oder Desensin plus) in Kombination mit einer sanften Putztechnik zu verwenden. Einmal die Woche sollte eine sogenannte Intensivfluoridierung durchgeführt werden (z. B. mit Sensodyne PROSCHMELZ Fluorid Gel, elmex Gelée oder Fluor Protector Gel). Der Verzicht auf säurehaltige Nahrungsmittel fördert den Genesungsprozess. Der Zahnarzt wiederum appliziert desensibilisierende Lacke und kann, falls es erforderlich sein sollte, auch eine am Dentin haftende Füllung (Dentinadhäsive) auf die geschädigten Stellen auftragen [2][5].

Der Behandlungserfolg hängt größtenteils von der Mitarbeit des Patienten ab. Schmerzempfindliche Zähne heilen nicht von heute auf morgen aus. Die Behandlung braucht Zeit und Geduld. Wer sich aber an die Empfehlungen des Zahnarztes hält, kann schon bald wieder schmerzfrei essen, kalte Getränke zu sich nehmen und – zur Vorbeugung anderer Zahnerkrankungen – gründlich Zähneputzen.

Quellenangaben:

[1] „Was verursacht schmerzempfindliche Zähne?“, http://www.sensodyne.de/ueber-schmerzempfindliche-zaehne/was-verursacht-schmerzempfindliche-zaehne.aspx, 08.02.2017 [2] „Sensible Zähne: Was sind die Ursachen, was hilft?“, http://www.dentalmagazin.de/expertenzirkel/Sensible-Zaehne-Was-sind-die-Ursachen-was-hilft_245604.html#1, 08.02.2017 [3] C. R. Gernhardt: „Das Phänomen Dentinhypersensibilität in der Praxis“, http://www.pnc-aktuell.de/paro... [4] „Gewürznelken bei Zahnschmerzen“, http://www.zahnschmerzen.net/w... [5] „Was hilft bei Dentinhypersensibilität?“, http://www.dzw.de/artikel/was-hilft-bei-dentinhypersensibilitaet,08.02.2017