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Parodontose, Karies und Co. – Die häufigsten Zahnkrankheiten

Im Zusammenhang mit dem heutigen Welttag der Kranken denken viele Menschen als Erstes an sehr schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder HIV. Zahnerkrankungen fallen da schnell unter den Tisch. Doch auch Krankheiten wie Parodontose betreffen den ganzen Körper und immer mehr Studien beweisen einen Zusammenhang mit der Entstehung von Systemerkrankungen, wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der folgende Beitrag befasst sich kurz mit den häufigsten Erkrankungen der Zähne, ihren Ursachen und wie sie sich vorbeugen lassen. Die Deutschen gingen im Jahr 2013 durchschnittlich zweimal zum Zahnarzt. Davon suchten immerhin 77 Prozent den Zahnarzt aufgrund eines akuten Zahnproblems innerhalb der letzten zwölf Monate auf. Zahngesundheit ist also ein großes Thema in Deutschland und betrifft nahezu jeden.

Zahnerkrankungen im Überblick

Vielen dürften Zahnschmerzen nur allzu bekannt vorkommen und nahezu jeder Erwachsene hatte schon einmal ein „Loch“ im Zahn.

Auslöser ist meist Zahnkaries, eine ansteckende Erkrankung, die von Mensch zu Mensch übertragen und durch ein Bakterium namens Streptococcus mutans verursacht wird. Statistisch sind 98 Prozent aller Erwachsen in Deutschland davon betroffen [2]. Bei Kindern sind es jedoch dank effektiver Präventionsprogramme nur noch etwa 30 Prozent [6]. So gesehen ist Karies also die häufigste Infektionskrankheit des Menschen. Die Bakterien leben auf der Zahnoberfläche und ernähren sich von Kohlenhydraten (Zucker) aus der Nahrung oder süßen Getränken. Diese wandeln sie im Rahmen ihres Stoffwechsels in Säure um, welche den Zahnschmelz angreift, ihn schließlich auflöst und sich daraufhin in den Zahn hineinfrisst. Die typischen Zahnschmerzen treten erst auf, wenn die Karies auch das Zahnbein (Dentin) befällt und schließlich auf den Zahnnerv im Inneren des Zahnes übergreift. Erste Symptome sind meist weiße oder braune Flecken auf den Zähnen [5]. Im Anfangsstadium entfernt der Zahnarzt den Zahnbelag (Plaque) und der Zahnschmelz kann sich durch die Gabe von Fluorid wieder erholen. Bei größeren Löchern muss der Zahn jedoch aufgebohrt werden, damit alle befallenen Bereiche entfernt werden können. Der Zahnspezialist verschließt das Loch dann mit einer Füllung. Als Füllmaterial kommen verschiedene Kunststoffe, Keramiken, Metalllegierungen (z.B. Gold) oder Amalgam zum Einsatz. Die Materialien unterscheiden sich in ihrer Haltbarkeit, aber auch in den Kosten [5]. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt dabei nur einen Anteil der Kosten. Es kann also ratsam sein, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, welche die Kosten für aufwendigere Behandlungen und hochwertigere Materialien voll übernimmt.

Die Entstehung von Karies lässt sich aber vermeiden. Besonders gute Mundhygiene, der Verzicht auf stark zuckerhaltige Speisen und regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen leisten dabei einen wichtigen Beitrag [5][6]. Eine Entzündung des Zahnfleisches wird von Spezialisten als Gingivitis bezeichnet. Sie betrifft fast 80 Prozent der Bevölkerung und wird durch nicht regelmäßig entfernte Plaques entlang des Zahnhalses ausgelöst [3]. Erste Anzeichen wie Rötung, Schwellung oder Blutungen des Zahnfleisches sprechen meist für eine Gingivitis. Verantwortlich sind ebenfalls Bakterien, welche in der Mundhöhle leben. Bei unzureichender Reinigung der Zähne bildet sich Zahnstein, auf dem die Bakterien besonders gut haften und einen sogenannten Biofilm bilden, in dem sie sich ungehindert vermehren können [3]. Meist klingt solch eine Entzündung innerhalb weniger Tage wieder ab. Ist dem nicht der Fall, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden. Die Krankenkasse übernimmt halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen sowie die Behandlung der akuten Entzündung. Außerdem sollte alle zwei Jahre eine besondere Untersuchung auf Parodontitis erfolgen. Eine antibiotische Therapie oder die genaue Bestimmung des Keimes werden nur durch eine private Zahnzusatzversicherung abgedeckt [3].

Eine Parodontose (auch Parodontitis) ist eine sehr ernst zu nehmende Entzündung des Zahnhalteapparates, der auch Parodontium genannt wird. Dieser besteht aus dem Kieferknochen, der Zahnwurzel und dem Zahnfleisch. Wird eine Gingivitis nicht behandelt, kann die Entzündung entlang des Zahnhalses absteigen und in tiefere Regionen vordringen [3]. Es spielen also wieder die Bakterien der Mundhöhle eine wichtige Rolle. Unbehandelt führt eine Parodontitis zum Verlust des Zahnes. Bei Erwachsenen ist sie der Hauptgrund für Zahnverlust. Man schätzt sogar, dass 80 Prozent der Bevölkerung unter einer Form der Parodontitis leiden. Allerdings sind nur vier bis acht Prozent schwer betroffen [3][4]. Die Symptome einer Parodontitis bestehen in einer erhöhten Reizbarkeit des Zahnfleisches, Zahnfleischblutungen, frei liegenden Zahnhälsen oder lockeren Zähnen. Schmerzen treten jedoch meist nicht auf, sodass die Erkrankung lange unentdeckt bleiben kann [3]. Das Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln, ist sehr unterschiedlich groß. Ein Teil scheint genetisch bedingt zu sein, während Risikofaktoren wie Rauchen, ungenügende Zahnhygiene oder Diabetes mellitus (Zucker) sicher eine entscheidende Rolle spielen [3].

Parodontitis wird nicht mehr nur als lokale Zahnerkrankung gesehen. Es handelt sich um eine Entzündungsreaktion, die auch andere Bereiche des Organsystems beeinflusst. So wird ein Zusammenhang mit der Entstehung von Krankheiten wie Diabetes mellitus sowie Herz- und Gefäßerkrankungen vermutet und derzeit weiter erforscht [4].

Das Spektrum der Behandlungsmethoden ist sehr vielfältig und reicht von der professionellen Zahnreinigung über eine lokale medikamentöse Therapie mit Antibiotika bis hin zu chirurgischen Verfahren mit dem Ziel, den Zahnhaltapparat zu erhalten und das Bakterienwachstum möglichst einzudämmen [3]. Kommt es zum kompletten Zahnverlust, wird ein Zahnersatz nötig. Das beste Mittel ist jedoch die Vorbeugung der Entstehung von Plaques und Gingivitis durch regelmäßige Zahnhygiene und die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Zudem sollten keine Vorsorgetermine verpasst und mindestens einmal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Diese wird allerdings nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und ist eine Eigenleistung oder wird durch eine Zahnzusatzversicherung abgedeckt.

Ähnlich verhält es sich mit Zahnersatz, zu dem die Krankenkassen nur einen kleinen Zuschuss beisteuern [3]. Den Welttag der Kranken gibt es seit 1993. Er wurde damals von Papst Johannes Paul II eingeführt, um den von Krankheit belasteten Menschen zu gedenken, und wird seitdem am 11. Februar begangen [1] Zahnerkrankungen betreffen nahezu alle Menschen und können großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, lassen sich aber auch sehr gut vorbeugen.

Bibliografie

[1] „Welttag der Kranken 2015“, http://www.welttag-der-kranken.de/, 31.05.2015 [2] „Karies“, http://flexikon.doccheck.com/de/Karies, 31.05.2015 [3] „Gingivitis: Ursachen und Symptome“, http://www.kzbv.de/gingivitis-ursachen-und-symptome.93.de.html, 31.05.2015 [4] „Parodontitis schadet dem Gesamtsystem“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37092, 31.05.2015 [5] „Karies“, http://www.apotheken-umschau.de/Karies, 31.05.2015 [6] „Kariesprophylaxe lohnt sich“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=30884, 31.05.2015

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