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Migräne durch Bruxismus

Der Bruxismus bezeichnet ein unbewusstes, vor allem in der Nacht auftretendes Zähneknirschen oder Zusammenpressen der Zähne, das zum Verschleiß des Zahnschmelzes führt und auch die Zähne selbst schädigen kann. Der Bruxismus ist sehr verbreitet, laut Bundeszahnärztekammer knirscht mindestens jeder dritte erwachsene Deutsche im Schlaf mit den Zähnen oder presst sie fest aufeinander[1]. Die Ursachen sind meist psychischer Natur, ein klarer Zusammenhang zwischen Stress und Bruxismus konnte hierbei nachgewiesen werden. Frauen sind in der Regel häufiger betroffen als Männer, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 30 und 45 Jahren.

Beschwerden:

Durch das ständige Zähneknirschen mit teils mehr als der 10- fachen Kaukraft wird der Zahnschmelz - die härteste Substanz im menschlichen Körper - mehr und mehr abgeschliffen und ausgedünnt, bis es schließlich sogar zu Rissen im Zahn und folglich zu schweren Entzündungen von Zähnen und Zahnfleisch kommen kann[2]. Auch eine Schädigung des Zahnhalteapparates und Zahnschmerzen sind möglich. Auf Grund von Überbeanspruchung, Verhärtung und Verkürzung der Kaumuskulatur kann es zu Schmerzen und Fehlstellungen im Kiefergelenk kommen. Durch die wiederholte, starke Anspannung der Muskeln und die folgende Verspannung sind auch oft Kopf- und Nackenschmerzen bis hin zu migräneähnlichen Beschwerden möglich. Eine Folgeerkrankung des Bruxismus ist die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)[3]. Hierbei ist die Bewegungsfähigkeit im Kiefergelenk eingeschränkt, meist kann der Mund nicht vollständig geöffnet oder nicht achsengerecht geschlossen werden. Begleitende Geräusche wie ein Knacken des Kiefers oder ein Tinnitus sind ebenfalls beschriebene Symptome einer CMD.

Ursachen:

Nächtliches Zähneknirschen kann eine Vielzahl von Ursachen haben, man spricht von einer multifaktoriellen Genese. Hauptauslösend ist aber meistens Stress. Emotionale Belastungen, Konflikte oder Überforderung im Beruf können zu nächtlicher Verarbeitung des Erlebten mittels Zähneknirschen führen. Aber auch Angststörungen, Depressionen, emotionale Unausgeglichenheit, Substanzmissbrauch (Alkohol, Drogen, Medikamente) oder nächtliche Atmungsstörungen können krankhaftes Zähneknirschen auslösen. Das Zähneknirschen dient dabei als emotionales Ventil und als Kompensationsmechanismus für psychische Imbalancen jeder Art. Es wird vermutet, dass jeder zweite mindestens einmal im Leben vorübergehend an Bruxismus leidet, dauerhaft erkranken aber nur rund 8 bis 10 Prozent der Bevölkerung. Neben den psychischen Ursachen spielen auch eine falsche Körperhaltung (vor allem bei Schreibtischtätigkeiten), ständiges Kaugummikauen und unbewusstes Beißen und Knabbern von Stiften, Fingernägeln usw. eine Rolle. Auch Fehlstellungen im Kiefer- oder Zahnhalteapparat können Zähneknirschen begünstigen.

Diagnose:

Die Diagnose fällt oft schwer, da das Knirschen unbewusst stattfindet und meist im Schlaf erfolgt. Häufig fällt Lebenspartnern von Betroffenen initial ein hörbares Mahlgeräusch während der Nächte auf. Die Betroffenen selbst klagen auch oft über einen steifen Kiefer morgens nach dem Aufwachen. Der Bruxismus wird dann in der Regel vom Zahnarzt durch den Abrieb der Zähne und eine Vergrößerung (Hypertrophie) der Kaumuskulatur festgestellt. Schmerzen beim Tasten der Kaumuskulatur und bei der Kieferbewegung, Seitenabweichungen beim Öffnen und Schließen des Mundes und eine eingeschränkte Mundöffnung sind Hinweise für eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), die auch vom Patienten selbst feststellbar sind. Eine genaue diagnostische Abklärung mittels Funktions- und Strukturanalyse ist aber ausschließlich durch den Zahnarzt möglich.

Therapie:

Die Behandlung reicht von Entspannungsübungen und psychischen Entlastungsverfahren bis hin zu Aufbissschienen, die das Abreiben des Zahnschmelzes verhindern sollen. Generell muss die Therapie aber spezifisch auf die auslösenden Ursachen eingestellt sein. Bei starkem Stress, wie zum Beispiel durch übermäßige Arbeitsbelastung, kann der Bruxismus durch Arbeitsreduktion und stressabbauende und stressbewältigende Verfahren in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten usw. vermindert oder sogar gestoppt werden. Patienten können geschult werden, sich des unbewussten Knirschens durch Selbstbeobachtung bewusst zu werden, um es dann zu verhindern. Erkennt der Patient Situationen, in denen er zu Knirschen beginnt, kann mit diversen Verfahren der Psychologie und Psychotherapie eine Bewältigungsstrategie erarbeitet werden. Bei Depressionen, psychischen Problemen und Angststörungen kann durch konsequente Psychotherapie Entlastung erreicht und Zähneknirschen reduziert werden. Bei muskulären Problemen ist Physiotherapie oft sehr wirksam und kann verspannte Muskeln mit Erfolg behandeln. Durch gezielte Maßnahmen wie richtige Haltung beim Sitzen am Arbeitsplatz oder einfache Übungen für Zuhause kann auch im privaten Bereich für Muskelentspannung gesorgt werden. Sehr effektiv sind Entspannungstechniken, die in kurzer Zeit erlernt werden können und einfach in der Anwendung sind. Unterstützend können bei starken Schmerzen auch Medikamente zur Schmerzreduktion und Muskelentspannung eingesetzt werden. Allerdings ersetzen schmerzstillende Arzneien keinesfalls eine ursächliche Behandlung. Eine Aufbissschiene kann den Abrieb des Zahnschmelzes durch die nächtlichen Mahlbewegungen aufhalten. Es existieren einheitliche Miniplastschienen, die ohne großen Aufwand und unter Kostendeckung durch die Krankenkassen erworben werden können. Diese weisen allerdings keine spezielle Anpassung für den Kiefer des Patienten auf und verschleißen in der Regel nach einiger Zeit. Diese Schienen verhindern lediglich den Zahnschmelzverschleiß, sorgen aber nicht für eine Reduktion der Knirschbewegungen. Sie sollten deshalb auch nicht für eine dauerhafte Behandlung verwendet werden.

Eine langfristige Therapie kann durch sogenannte Entspannungs- oder Okklusionsschienen (Aufbissschienen, welche eventuelle Fehlstellungen beim Schließen des Mundes [=Okklusion] korrigieren und somit die Spannung der Kaumuskeln verringern) erreicht werden. Diese Schienen werden individuell hergestellt und benötigen ein Registrierverfahren, um die Anatomie von Zähnen und Kiefern feststellen zu können. Die Kosten werden hierbei nicht von der Krankenkasse übernommen, was eine finanzielle Belastung von rund 250€ für den Patienten bedeutet. Solche und weitere anfallende Kosten im Rahmen der Zahngesundheit können allerdings durch Zahn- Zusatzversicherungen drastisch reduziert werden. Hier finden Sie einen Vergleich der besten Zahnzusatzversicherungen auf dem deutschen Markt: https://www.zahnzusatzversicherungen-vergleich.com. Durch die speziell angefertigten Schienen kann der Zahnarzt aber nicht nur die vorhandene Zahnhartsubstanz und den Zahnhalteapparat schützen, sondern – im Gegensatz zu den günstigen Miniplastschienen - auch für eine entspannte Lage der Kiefer sorgen. Abhängig von den individuellen Knirschperioden müssen die Schienen nachts oder auch zeitweise tagsüber getragen werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Entspannungsschienen durch den Zahnarzt ist dabei notwendig, um eventuelle Anpassungen vornehmen zu können. Als dauerhafte Therapie bei ausschließlichem Vorliegen eines Bruxismus werden also lediglich die individuell spezialisierten Entspannungs- oder Okklusionsschienen empfohlen.

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[1] Bundeszahnärztekammer. Bruxismus und die mögliche Folge craniomandibuläre Dysfunktion. www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/.../bruxismus_zaehneknirschen_cmd.pdf, zuletzt aufgerufen am 22.03.15 [2] Stern. Bruxismus. Knirscher in der Nacht. http://www.stern.de/gesundheit/bruxismus-knirscher-in-der-nacht-527440.html, zuletzt aufgerufen am 22.03.15 [3] Der Spiegel. Zähneknirschen: Was gegen Bruxismus hilft. http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/zaehneknirschen-was-gegen-bruxismus-hilft-a-925982.html, zuletzt aufgerufen am 22.03.15

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