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Der ganz gewöhnliche Verfall – Altersbedingte Zahnbehandlungen

Kein Mensch wird jünger. Mit etwa 25 Jahren beginnt der körperliche Verfall. Falten, graue Haare und Gewichtszunahme sind nur Beispiele für die ersten Zeichen des Alterns. Auch die Zähne sind von diesem unvermeidlichen Prozess betroffen. Abnutzung und Bakterienbefall schreiten von Jahr zu Jahr fort und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Zahnerkrankungen. Durch gewissenhafte Pflege und den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt lässt sich der Verfall hinauszögern.

Das Gebiss altert mit

Im sechsten bis achten Lebensmonat brechen die ersten Zähne durch. Der Prozess des Zahnens ist schmerzhaft für das Kind und mit viel Stress für die Eltern verbunden. Ein zahnendes Baby ist gereizt, schläft schlecht, verweigert die Nahrung und weint häufig. Das Zahnwachstum beginnt mit den mittleren Schneidezähnen, es folgen die seitlichen Schneidezähne und die ersten Backenzähne. Daraufhin brechen die Eckzähne durch. Mit den zweiten Backenzähnen ist das Milchgebiss zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensmonat vollständig. Es besteht aus 20 Zähnen. Selten kommen Kinder mit bereits durchgebrochenen Zähnen, die der Volksmund „Hexenzähne“ nennt, auf die Welt. Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. und die österreichische Kaiserin Sissi sollen der Legende nach mit solchen Hexenzähnen geboren worden sein [1][2]. Menschen sind nicht die einzigen Säugetiere, die zunächst ein Milchgebiss entwickeln, das im Laufe der Zeit durch ein zweites, bleibendes Gebiss ersetzt wird. Auch Hunde, Katzen und Fledermäuse machen einen Zahnwechsel durch. Der Kiefer eines Kindes ist klein. Er bietet keinen Platz für das vollständige Erwachsenengebiss, das aus 32 Zähnen besteht. Während des Heranwachsens wächst auch der Kieferknochen, sodass die Milchzähne auseinanderrücken. Die zweiten, bleibenden Zähne sind größer, sodass die entstandenen Lücken geschlossen werden. Der Zahnwechsel beginnt mit dem Durchbruch des ersten Backenzahns (Molar) hinter dem zweiten Milchbackenzahn im Alter von etwa 6 Jahren. Bis zum 12. Lebensjahr sollte dieser Prozess abgeschlossen sein. Danach brechen die hinteren Molaren durch. Sind Weisheitszähne im Kiefer angelegt, kann sich deren Wachstum bis zum 25. Lebensjahr oder länger hinziehen. Reihenfolge und Dauer Zahnwechsels variieren allerdings von Mensch zu Mensch. So kann der Verlust der Milchzähne auch verfrüht oder verspätet eintreten [1][2]. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Mensch durchschnittlich 31 Jahre alt. 2010 dagegen, nur 100 Jahre später, betrug die weltweite Lebenserwartung laut Statistik bereits 67 Jahre. Das bedeutet, dass das bleibende Gebiss wesentlich länger beansprucht wird. Ab einem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko für Zahnverlust durch Erkrankungen. Während das Kariesrisiko abnimmt, kommt es vermehrt zu Parodontitis. Diese Krankheit betrifft den Zahnhalteapparat. Eine harmlose Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann sich, wird sie nicht ordnungsgemäß behandelt, ausweiten. Großflächigere Entzündungen sind die Folge. Das Zahnfleisch löst sich von den Zahnhälsen ab. Im schlimmsten Fall lockern sich die Zähne im Kiefer, sodass Zahnverlust droht. Auch Mundtrockenheit (Xerostomie) ist eine typische Alterserscheinung. Die antiseptischen und reinigenden Eigenschaften des Speichels schützen Zähne und Zahnfleisch üblicherweise vor Bakterienbefall. Durch mangelnde Speichelbildung kann es zu Parodontitis, Karies und Mundgeruch kommen. Gerade an den Rändern von Kronen und Brücken können Infektionen entstehen, die man Sekundärkaries nennt. Auch die Abnutzung der Zähne durch den Kauprozess oder pathologisches Zähneknirschen (Bruxismus) kann mit zunehmendem Alter Probleme verursachen [3][4][5].

Die dritten Zähne

Kommt es aufgrund altersbedingter Zahnerkrankungen zum vermehrten Zahnverlust, werden die zweiten Zähne von den dritten abgelöst. Eine Prothese kann einen Teil der Zähne oder das gesamte Gebiss ersetzen. Eine Teilprothese wird dabei an noch vorhandenen Haltezähnen durch Bügel befestigt. Die Haltezähne werden dabei nicht beschädigt. Die Fähigkeit zu Kauen und zu Sprechen bleibt erhalten und auch ästhetisch kann eine solche Prothese durchaus ansprechend sein. Verliert der Patient im weiteren Verlauf seines Lebens erneut einen Zahn, kann die Prothese entsprechend erweitert werden. Hin und wieder entstehen allerdings Druckstellen und Druckgeschwüre. In diesem Fall sollte der herausnehmbare Zahnersatz abgeschliffen und angepasst werden. Eine Vollprothese dagegen ist weniger angenehm zu tragen. Durch Adhäsionskräfte hält der dünne Speichelfilm zwischen Schleimhaut und Prothese den Zahnersatz im Mund. Viel häufiger aber als bei einer Teilprothese entstehen Schwellungen und Geschwüre. In einigen Fällen bildet sich der Kieferknochen des Patienten zurück, sodass der Zahnersatz keinen Halt mehr im Mund findet. Auch Artikulationsschwierigkeiten und Geschmacksveränderungen können entstehen [6]. Eine kostenintensive Alternative zur Prothese ist der Zahnersatz durch Implantate. Etwa die Hälfte der Kosten für herausnehmbaren Zahnersatz übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Die Regeversorgung der Krankenkassen sieht allerdings nur einen geringen Zuschuss für Implantate vor. Dabei wird anstelle der Zahnwurzel ein zylinder- oder schraubenförmiges Metallstück in den Kiefer eingesetzt, das als Aufsatz für einen künstlichen Zahn dient. Zahnimplantate sind ästhetisch weitaus ansprechender, pflegeleichter und weniger wartungsbedürftig als Prothesen [7][8].

Zahnzusatzversicherung für Senioren?

Um entstehenden Kosten von altersbedingtem Zahnersatz abzudecken, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig um eine Zahnzusatzversicherung zu kümmern. Die Stiftung Warentest empfiehlt den Abschluss einer solchen Versicherung ab einem Alter von etwa 40 Jahren. Die höchsten Zahnarztrechnungen entstehen durch die Notwendigkeit von Zahnersatz, der aber meist erst in der zweiten Lebenshälfte benötigt wird. Wer vorher einen Vertrag unterzeichnet, läuft Gefahr, mehr Geld durch monatliche Beiträge zu investieren, als er später herausbekommt. Ob und wann der Abschluss einer Zahnversicherung sinnvoll ist, hängt allerdings vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab [9][10]. Dabei gilt es zu beachten, dass die meisten Versicherungen ein Höchsteintrittsalter von 55 bis 65 Jahren festgelegt haben, um selbst keine finanziellen Verluste verzeichnen zu müssen. Für Kunden im fortgeschrittenen Alter werden von manchen Gesellschaften sogenannte Senioren-Tarife angeboten. Diese Tarife sehen allerdings lediglich mangelhafte Leistungen bei Zahnersatz vor. Nur etwa 20 bis 40 % der Kosten werden von der Zusatzversicherung übernommen. Es empfiehlt sich für ältere Menschen daher eher, eine Versicherungsgesellschaft zu suchen, die kein Höchsteintrittsalter vorschreibt, wie etwa die Barmenia [10]. Die Lebensdauer unserer bleibenden Zähne hängt von vielen Faktoren ab. Ernährungsgewohnheiten, physische und psychische Erkrankungen und genetische Dispositionen spielen dabei eine Rolle. Wer aber seine Mundgesundheit bis zu seinem Lebensende erhalten möchte, sollte seine Zähne gut pflegen und regelmäßig einen Zahnarzt aufsuchen.

Quellenangaben:

[1] „Das natürliche Gebiss“, http://www.kzbv.de/das-natuerliche-gebiss.45.de.html, 26.10.2015 [2] „Milchgebiss“, https://de.wikipedia.org/wiki/Milchgebiss, 26.10.2015 [3] „Die Lebenszeit unserer Zähne“, http://smile-art.de/lebensdauer-zaehne/, 26.10.2015 [4] „Altersbedinge Veränderungen, Zahnmedizin“, http://www.zahn-lexikon.com/index.php/i/23-a-z/a-lexikon/1648-altersbedingte-veraenderungen, 26.10.2015 [5] „Die häufigsten Mund- und Zahnkrankheiten im Alter“, http://www.alldent-zahnzentrum.de/leistungen/zaehne-alter/die-haeufigsten-mund-und-zahnkrankheiten-im-alter.html, 26.10.2015 [6] „Zahnprothesen“, http://www.denvita.de/wissenswertes/zahnprothesen/, 26.10.2015 [7] „Was sind Zahnimplantate“, http://www.kzbv.de/was-sind-zahnimplantate.121.de.html, 26.10.2015 [8] Nicolas Gumpert, „Zahnprothese Kosten“, http://www.dr-gumpert.de/html/zahnprothese_kosten.html, 26.10.2015 [9] Stiftung Warentest, „Was bringt die Zahnpolice?“, Finanztest 02/2015. [10] „Checkliste Zahnzusatzversicherung für Senioren – Was sollten Senioren beachten?“, http://www.wegweiser-zahnzusatzversicherung.de/info/senioren, 26.10.2015