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10 Mythen der Zahnpflege: Überblick

Jeder glaubt, sich mit Zahnpflege und Mundhygiene gut auszukennen. Dabei kursieren viele Unwahrheiten und falsche Ratschläge: Sind Äpfel wirklich so gesund? Verursachen Süßigkeiten Karies? Und hilft Zahnseide tatsächlich bei der Plaqueentfernung? Die zehn großen Mythen der Zahnpflege werden im Folgenden aufgeklärt.

1. Die richtige Putztechnik: Von Rot nach Weiß

So wurde es noch vor zehn Jahren den Kindern im Kindergarten beigebracht: Wer seine Zähne gut pflegen möchte, putzt von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn. Diese Methode gilt heute als überholt. Viele Bakterien befinden sich nämlich an und unter den Rändern des Zahnfleisches und müssen durch gründliches Putzen beseitigt werden. Beim Putzen von Rot nach Weiß aber wird dieser Erregerherd vernachlässigt. Zahnärzte empfehlen stattdessen die sogenannte Rütteltechnik. Dabei wird die Zahnbürste knapp unterhalb des Zahnfleisches aufgesetzt und dann im wahrsten Sinne des Wortes hin- und hergerüttelt. So werden die gefährlichen Keime effektiv bekämpft [1].

2. Zähneputzen dauert zwei Minuten

Die Reinigung der Zähne dauert in etwa zwei Minuten. In dieser Zeit wird mit Zahncreme und Bürste geputzt, was das Zeug hält. Lediglich 20 % aller Deutschen halten sich an diese Regel. Dabei sind zwei Minuten für eine gründliche Entfernung aller Erreger und Beläge viel zu kurz! Einer Studie zufolge werden im Schnitt 5, 4 Minuten für die zwei- bis dreimal täglich erfolgende Zahnreinigung benötigt, um wirklich alle Zahnoberflächen, Seitenflächen und Zwischenräume zuverlässig zu säubern [1].

3. Feste Schrubben!

Wer besonders ambitioniert und aggressiv schrubbt, beugt Karies am effektivsten vor. Viele Menschen meinen es nur gut, wenn sie ohne Rücksicht auf Verluste mit der Zahnbürste zu Werke gehen. Doch zu viel Druck beim Zähneputzen schadet dem Zahnschmelz. Wird dieser beim kräftigen Schrubben abgetragen, kommt die darunterliegende Schicht, das Dentin, zum Vorschein. Dentin ist anfälliger für Karieserreger und ist zudem mit unzähligen Nerven durchzogen. Sind diese ständig äußeren Reizen ausgesetzt, kann das zu schmerzempfindlichen Zähnen führen. Sanftes und gründlichen Putzen ist deshalb einer aggressiven Putztechnik in jedem Fall vorzuziehen [1].

4. An apple a day keeps the Zahnarzt away

Wenn es doch nur so einfach wäre! Äpfel – und anderes Obst – sollen dem Mythos nach nicht nur das Immunsystem stärken, sondern auch gut für die Zähne sein. Aber abgesehen davon, dass Äpfel geschmacklich nun wirklich kein adäquater Ersatz für Schokolade sind, fördern sie auch die Zahngesundheit nicht unbedingt. Die enthaltene Säure greift den Zahnschmelz an und der Fruchtzucker dient als Nahrung für Karieserreger. Patienten, die besonders viel Obst essen, haben häufig mit schmerzempfindlichen Zähnen, Zahnerosion und Karies zu kämpfen [2].

5. Regelmäßige Verwendung von Zahnseide verhindert Karies

Das Gesundheitsministerium der USA ist zu dem Schluss gekommen, dass Zahnseide gegen Kariesbefall wirkungslos ist und hat die Nutzung dieses Werkzeugs deshalb aus seinen Empfehlungen zur Mundhygiene gestrichen. Tatsächlich konnte in Studien bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die regelmäßige Verwendung von Zahnseide zur Kariesprävention beiträgt. Zwar kann damit ein kleiner Teil der Plaques in den Interdentalräumen entfernt werden, die Seitenflächen der Zähne aber sind geschwungen, sodass die Zahnseide gegen Belag in den Vertiefungen nichts ausrichten kann [3].

6. Süßigkeiten sind schlecht für die Zähne

Es stimmt schon: Zucker dient Karieserregern als Nahrung und fördert daher die Entstehung von Zahnfäule. Dennoch müssen Süßigkeiten nicht vollständig vom Speiseplan gestrichen werden. Problematisch ist nämlich weniger das Naschen von Schokolade, Gummibärchen und Co., sondern vielmehr die Häufigkeit der Zuckerzufuhr. Wer den ganzen Tag über Süßkram in sich hineinstopft, provoziert tatsächlich Zahnerkrankungen. Wer aber nur zu einem bestimmten Zeitpunkt zuckerhaltige Nahrungsmittel zu sich nimmt und seine Zahnhygiene nicht vernachlässigt, setzt sich einem moderaten Risiko aus. Es ist dabei übrigens egal, wie viel Schokolade auf einmal gegessen wird [4].

7. Gute Zähne liegen in der Familie

Karies wird durch viele verschiedene Faktoren verursacht, aber nur die wenigsten davon sind erblich. Bei der Entstehung der Erkrankung kommt es sowohl auf die Abwehrkräfte der gesunden Mundflora als auch auf die Menge der vorhandenen Bakterien und auf die Verfügbarkeit von Zucker für deren Stoffwechsel der Erreger an. Man nennt diese These von der multifaktoriellen Entstehung von Karies „erweiterte, ökologische Plaquehypothese“. Die Zusammensetzung des Speichels ist teilweise erblich und wirkt sich entscheidend auf die Mundflora aus. Ferner wird Karies von einem schwachen Immunsystem begünstigt, das ebenfalls mitunter vererbt werden kann. Letztlich kommt es aber vor allem auf eine gesunde Ernährung und eine regelmäßige Mundhygiene an, wenn es darum geht, die Erkrankung zu verhindern [5].

8. Milchzähne müssen nicht gründlich geputzt werden

Milchzahnkaries ist ein verbreitetes Phänomen. Das hängt zum einen mit dem Süßigkeitenkonsum vieler Kinder zusammen, zum anderen aber mit der falschen Annahme, die Pflege von Milchzähnen sei überflüssig, da diese ohnehin ausfallen. Karies an den ersten Zähnen kann aber die zweiten, bereits im Kiefer angelegten Zähnemitschädigen. Darüber hinaus ist die Mundhygiene eine tägliche Routine, die bereits im Kindesalter erlernt werden sollte, damit später, sobald die Kleinen erwachsen geworden sind, das tägliche Zähneputzen zur Selbstverständlichkeit geworden ist [6].

9. Zähneputzen nach dem Essen

Wer seine Zähne immer direkt nach dem Essen putzt, tut sich damit keinen Gefallen. In vielen Nahrungsmitteln sind Säuren enthalten, welche die Schutzschicht des Zahns, den Zahnschmelz, angreifen und porös werden lassen. Die Zahnreinigung nach den Mahlzeiten kann dazu führen, dass der Zahnschmelz durch Bürste und in der Zahncreme enthaltene Putzkörper zusätzlich abgetragen wird. Der Zahn wird so empfindlicher und bietet Karies mehr Angriffsfläche. Daher sollten die Zähne frühestens 30 Minuten nach dem Essen geputzt werden [7].

10. Tee, Kaffee und Rotwein schaden den Zähnen

Der häufige Konsum von schwarzem Tee, Kaffee oder Rotwein sorgt für unschöne bräunlich-gelbe Zahnverfärbungen. Gefährlich sind diese Ablagerungen aber nicht. Sie können im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung problemlos entfernt werden und tragen nicht zur Entstehung von Karies bei. Doch Achtung! Wer die Aufhellung seiner Zähne selbst in die Hand nehmen möchte, sollte nur auf zahnschonende weißende Zahncremes zurückgreifen. Häufig enthalten diese Produkte nämlich abrasive Putzkörper, welche den Zahnoberflächen schaden [8].

Quellenangaben:

[1] „Die Zahnbürste ist kein Schrubber. Wie Zähne richtig geputzt werden“, http://www.aerztezeitung.de/panorama/ernaehrung/article/360233/zahnbuerste-kein-schrubber-zaehne-richtig-geputzt.html, 09.02.2017 [2] M. Hinze: „Zahnerosion: Zahnsubstanz geht durch Säureattacken verloren: Wirkung von Getränken, Nahrungsmitteln und Magensäure“, http://www.marc-hinze.de/blog/gesundheit-und-zaehne/zahnerosion-zahnsubstanz-geht-durch-saeureattacken-verloren-wirkung-von-getraenken-nahrungsmitteln-und-magensaeure/, 09.02.2017 [3] F. Hütten: „Streit um die Zahnseide. Hilft sie oder hilft sie nicht?“, http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/mundhygiene-streit-um-die-zahnseide-hilft-sie-oder-hilft-sie-nicht-1.3106579#redirectedFromLandingpage, 09.02.2017 [4] C. Löll: „Wie Karies trotz Süßigkeiten vermieden wird“, https://www.welt.de/gesundheit... [5] S. Kneist: „Von Generalisten und Spezialisten: Die Rolle der Bakterien in der erweiterten ökologischen Plaquehypothese“, http://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/allgemeine-zahnheilkunde/story/von-generalisten-und-spezialisten-die-rolle-der-bakterien-in-der-erweiterten-oekologischen-plaquehypothese__918.html, 09.02.2017 [6] „Erkrankungen der Zähne im Kindes- und Jugendalter“, http://www.dent.med.uni-muenchen.de/exponent-0.96.4/index.php?section=120, 09.02.2017 [7] „Muss ich nach dem Essen dreißig Minuten warten mit dem Zähneputzen?“, http://www.jugendzahnpflege.hzn.de/faq_lagh/I005232A7, 09.02.2017 [8] „Schadet Teetrinken den Zähnen?“, http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/tid-7874/schwarz-oder-gruen_aid_137825.html, 09.02.2017