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Stiftung Warentest klärt auf: Wissenswertes über Zahnzusatzversicherungen

Im Jahr 2014 veröffentlichte die Stiftung Warentest in ihrem Magazin Finanztest [1] einen Vergleich nahezu aller auf dem Markt erhältlichen, privaten Zahnzusatzversicherungen. Eine solche Versicherung bezuschusst oder übernimmt über die Regelversorgung der Kassen hinaus teuren Zahnersatz oder Zahnbehandlungen. Insgesamt 14 Millionen Deutsche zahlen inzwischen monatlich in eine Zahnzusatzversicherung ein. Das Angebot ist vielfältig, die Leistungen der verschiedenen Tarife fallen sehr unterschiedlich aus, sodass der durchgeführte Test der Stiftung Warentest es dem Kunden erleichtern sollte, sich einen Überblick zu verschaffen und sich für eine zu seinen Ansprüchen passende Zahnzusatzversicherung zu entscheiden. Das zum Vergleich herangezogene Testverfahren jedoch ist kompliziert und für den Laien kaum zu durchblicken. So legt der Test beispielsweise großen Wert auf gute Leistungen bei Zahnersatz, bezieht aber die Zuzahlung bzw. Erstattung von Zahnbehandlungen und Prophylaxe kaum mit ein. Im Rahmen des Testverfahrens kam Stiftung Warentest 2014 zu dem Schluss, dass auf dem Markt viele gute und sehr gute Versicherungstarife erhältlich sind. Für den Verbraucher aber wirft das Fragen auf: Worauf ist beim Abschluss einer solchen Versicherung zu achten? Wann lohnt sich ein Tarifwechsel? Und wie hoch werden die Beiträge ausfallen? In der aktuellen Ausgabe von Finanztest [2] beantwortet die Stiftung Warentest die häufigsten Fragen und bietet dem Verbraucher so eine bessere Orientierung und Übersicht.

 

Für wen lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung?

Zahnzusatzversicherungen übernehmen die Bezuschussung von Leistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen bzw. verringern den zu entrichtenden Eigenanteil bei verschiedenen Behandlungen und Zahnersatz. Eine verblendete Krone aus Keramik zahlt die Kasse beispielsweise nicht, stattdessen muss sich der Patient mit einer unschönen Metallkrone begnügen. Wem also die Regelversorgung nicht genügt, der sollte sich um den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung kümmern. Auch wer in jungen Jahren noch mit gesunden Zähnen gesegnet ist, kann im Alter Probleme bekommen oder sich durch Missgeschicke oder Unfälle Schäden zuziehen. Gerade wenn mehrere Zähne ersetzt oder behandelt werden müssen, lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung. Sonst kann der Zahnarztbesuch schnell zur Kostenfalle werden.

Für diejenigen, deren Einkommen sehr gering ausfällt, ist der Abschluss einer solchen Versicherung aber möglicherweise nicht sinnvoll. Bei Härtefällen bieten die Gesetzlichen Krankenversicherungen die Übernahme eines größeren Anteils der Kosten an. Zur Bestimmung eines solchen Härtefalls wird ausschließlich das Haushaltsbruttoeinkommen miteinbezogen, nicht aber bestehendes Vermögen. Kassenpatienten, die BAföG. Hartz-IV oder Grundsicherung beziehen oder aber deren Einkommen nicht über 1134 Euro monatlich liegt erhalten beispielsweise den doppelten Festzuschuss. Die Einkommensgrenzen für Härtefälle sind fließend, sodass sich ein Antrag auch für diejenigen lohnen kann, deren Einkommen knapp darüber liegt. Die Gesetzlichen Krankversicherungen sind verpflichtet, ihre Versicherten diesbezüglich zu beraten.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen?

Grundsätzlich ist man gut beraten, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, solange noch kein Behandlungsbedarf besteht. Die meisten Tarife haben Wartezeiten, bis sie erste Leistungen übernehmen und Obergrenzen für die Behandlungskosten der ersten Jahre, sodass die Behandlung von kurz nach Abschluss der Versicherung entstandenen Schäden in aller Regel nicht oder nur geringfügig bezuschusst wird. Bei Vertragsabschluss bereits laufende Behandlungen werden ebenfalls nicht übernommen. Als behandelt gilt ein Zahn bereits, sobald der Zahnarzt Schäden diagnostiziert hat. Eine Ausnahme bildet hier der Tarif ZEZ der Ergo Direkt Versicherung, der eine Kostenübernahme bei Vertragsabschluss innerhalb der ersten sechs Behandlungsmonate garantiert. Die monatlichen Beiträge aber sind verhältnismäßig hoch und die Versicherung übernimmt für die laufende Behandlung nur den doppelten Festzuschuss der Regelversorgung. Falls der Versicherte ein teures Implantat benötigt, ist dieser spezielle Tarif also keine große Hilfe.

Wer nicht nur in Behandlung befindliche Schäden durch die Versicherung abdecken lassen will, sondern zudem noch Zahnlücken vorweisen kann, wird kaum einen passenden Tarif finden. Die meisten Versicherungen schließen Kunden mit fehlenden Zähnen von vornherein aus.

Ein Versicherungsabschluss in sehr jungen Jahren ist nicht zu empfehlen. Häufig zahlt der Versicherte dann mehr Beiträge, als er Leistungen in Anspruch nimmt. Zu beachten ist aber auch, dass die meisten Versicherungen ein Höchsteintrittsalter festgelegt haben. Dementsprechend empfiehlt Stiftung Warentest den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung im Alter von 35 bis 40 Jahren. Statistisch gesehen treten in diesem Alter die ersten behandlungsbedürftigen Schäden auf, die dann hohe Zahnarztkosten nach sich ziehen.

 

Wie hoch werden die Beiträge ausfallen?

Stiftung Warentest unterscheidet zwei Arten von Versicherungen: Bei einer sogenannten Schadenversicherung muss der Versicherte mit altersabhängig steigenden Beiträgen rechnen. Bei einer Versicherung nach Art der Lebensversicherung (Versicherung mit Altersrücklage) sind die monatlichen Beiträge bereits zu Anfang etwas höher, steigen dann aber nicht oder nur sehr geringfügig an. Welche Versicherungsart sich langfristig bewährt, betont Stiftung Warentest sei noch nicht abzusehen. Entscheidet der Kunde sich aber für eine Schadenversicherung, steht ihm eine größere Menge an Tarifen zur Auswahl.

Die Höhe der Beiträge fällt sehr unterschiedlich aus und bewegt sich in einem Spektrum von 10 bis 60 Euro monatlich. Diejenigen Tarife, die Stiftung Warentest mit dem Prädikat gut und sehr gut ausgezeichnet hat, kosten zwischen 13 und 42 Euro monatlich, wobei das Testverfahren von einem 43jährigen Modellkunden ausgegangen ist.

 

Im Zweifelsfall: Rat einholen

Für schwierige Fälle, beispielsweise bei Zahnverlust durch Chemotherapie und Krebsbehandlung, gibt es unabhängige Versicherungsberater und Versicherungsmakler, die den Verbraucher beraten und ihm ggf. einen passenden Tarif empfehlen können. Die Stiftung Warentest bietet außerdem auf ihrer Website eine individuelle Analyse zur optimalen Tarifwahl an. Zusätzlich kann die Meinung eines zweiten Zahnarztes eingeholt werden, um den Heil- und Kostenplan einer Zahnbehandlung neu festzulegen und die Kosten so gering zu halten. Auch die Gesetzlichen Krankversicherungen sind zur Beratung ihrer Kunden verpflichtet.

Wer aber doch auf eigene Faust einen Tarif finden möchte, sollte die Aufnahme immer bei mehreren Versicherungen gleichzeitig beantragen, denn diese haben unterschiedliche Verfahrensweisen bei Vorschäden. Es lohnt sich, die Fragebögen wahrheitsgemäß auszufüllen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

 

Tarifaufstockung und Kündigung

Wer seinen bereits bestehenden Tarif aufstocken möchte, muss beachten, dass hier für die hinzugekommenen Leistungen erneut Wartezeiten und Jahresobergrenzen gelten. Die Leistungen des alten Tarifs sind aber weiterhin gültig und können in Anspruch genommen werden. Als Eintrittsalter in den neuen Tarif zählt das Alter zum Zeitpunkt der Aufstockung, sodass eine solche unter Umständen kostspielig wird, denn die monatlichen Beiträge von Schadenversicherungen sind dem Alter des Versicherten entsprechend kalkuliert. Ein Ansprechpartner bei der entsprechenden Versicherung berät in diesen Fällen

Im Falle eines Versicherungswechsels sollten Kündigungsfristen beachtet werden. Ein Sonderkündigungsrecht gilt nur dann, wenn der Versicherer die monatlichen Beitrage außerhalb des vertraglich festgelegten Rahmens erhöht. Bei Abschluss einer neuen Versicherung muss der Kunde dann erneut mit Wartezeiten und Leistungsgrenzen rechnen. Daher sollte ein Wechsel nur nach reiflicher Überlegung erfolgen.

 

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[1] „Einen Zahn zulegen“ in: Finanztest Ausgabe 08/2014
[2] „Was bringt die Zahnpolice?“ in: Finanztest Ausgabe 02/2015

Autor: Dipl.-Vw. Lars Weiland - Google+

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Regelversorgung und Festkostenzuschuss?
Seit der Reformierung der Leistungserbringung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2005, basiert die Erstattung für zahnärztliche Behandlungsmaßnahmen auf der sogenannten Regelversorgung. Die Regelversorgung stellt die wirtschaftlich günstigste Versorgungsform dar. Der Erstattungssatz wird als Festkostenzuschuss bezeichnet. Im Leistungsfall, zum Beispiel eine Zahnersatzmaßnahme, werden 50 % der sogenannten Regelversorgung erstattet. Durch das Bonusheft erhöht sich dieser Prozentsatz um 20 (5 Kalenderjahre) oder 30 Prozentpunkte (10 Kalenderjahre.)
Was ist die beste Zahnzusatzversicherung?
Was die beste Zahnzusatzversicherung für Sie ist, hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt und nutzen Sie präventive Behandlungsmaßnahmen, wie bspw. die professionelle Zahnreinigung (PZR), dann empfiehlt sich in der Regel ein Komplettschutz. Hier haben wir für Sie die Preis und Leistungssieger in unserer Vergleichsdarstellung markiert. Ist für Sie rein die Absicherung gegen sehr hohe Kosten die durch Zahnersatz verursacht werden können interessant, lohnt es sich im Vergleich auch andere Tarife gegenüberzustellen.
Können fehlende Zähne mitversichert werden?
Bei einer Zahnzusatzversicherung ist es grundsätzlich so, dass bereist vor Antragstellung diagnostizierte Erkrankungen oder bereits bekannte oder geplante Zahnbehandlungsmaßnahmen nicht versichert sind. Fehlende Zähne können jedoch bei einigen Tarifen mitversichert werden. Bei den meisten Tarifen wird dafür ein zusätzlicher Beitragszuschlag pro fehlendem Zahn erhoben. Bei unserem Preis-Leistungssieger bspw., dem Tarif AXA DENT Premium-U, kann sogar 1 fehlender Zahn ohne Leistungseinschränkungen mitversichert werden.
Ist eine private Zahnzusatzversicherung überhaupt sinnvoll?
Oft wird gefragt, ob eine Zahnzusatzversicherung grundsätzlich sinnvoll ist? Die Antwort kann in diesem Fall nur lauten: Es kommt drauf an. Diese Form der privaten Vorsorge ist in jedem Fall grundsätzlich sinnvoll, wenn der persönliche Bedarf bewusst bekannt ist und darauf basierend der optimale Tarif gewählt wird. Wir haben versucht ihnen durch unsere Analysen zu den einzelnen Tarifen die Vor- und Nachteile der einzelnen Zahnzusatzversicherungen aufzuzeigen, um eine valide Entscheidungsgrundlage für alle Verbraucher zu schaffen, die monatlich einen kleinen Betrag in ihre Zahngesundheitsvorsorge investieren möchten.

Für Kinder

Die richtigen Kieferorthopädieleistungen sind entscheidend

Wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Zahnzusatzversicherung für Kinder sind, könnten die Informationen in unserem Ratgeberbereich (LINK Kinder-Ratgeber) eventuell interessant sein. Der für Kinder sehr wichtige Leistungsbaustein Kieferorthopädie, wird hier detailliert erläutert und alle Tarifdetails der besten 20 Kinder Zahnzusatzversicherungen tabellarisch dargestellt. Folgend haben wir für Sie die besten 3 Tarife für Kinder aufgelistet.

Unsere Top 3 Tarifempfehlungen:

  1. Deutsche Familienversicherungen Kinder Zahn Schutzbrief Premium
  2. UKV Zahn Premium
  3. Bayerische Versicherungskammer Zahn Premium

Komplettschutz

Empfohlen für Erwachsene

Der Komplettschutz ist die seit einiger Zeit stetig stärker zu findende Form von Zahnzusatzversicherungen. Diese Gruppe umfasst in der Regel alle Leistungsbereiche, wie Prophylaxeleistungen, Zahnbehandlungsmaßnahmen, Zahnersatzleistungen und Kieferorthopädie. Den Komplettschutz gibt es dabei in verschiedenen Ausprägungen. Unsere Preis und Leistungssieger gehören dabei zu der Gruppe „Komplettschutz-Premiumtarife“. Sie zeichnen sich dabei insbesondere durch eine Rund-um-Absicherung in den Bereichen Prophylaxe, Zahnersatz und Zahnbehandlung aus. Folgend haben wir für Sie die besten 3 Tarife dieses Segments aufgelistet.

Unsere Top 3 Tarifempfehlungen:

  1. AXA DENT Premium-U
  2. Münchener Verein 571+572+573+574
  3. ARAG DentalPro Z100

Nur Zahnersatz

Empfohlen für ältere Menschen

Gerade von älteren Verbrauchern, wird immer wieder nach Tarifen gefragt, die lediglich den Bereich Zahnersatz absichern. Nicht zuletzt stellt solch ein Tarif auch in der Regel eine kostengünstigere Alternative dar, al ein Komplettschutz mit vergleichbaren Zahnersatzleistungen. Bei der Suche nach der passenden Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz sollte jedoch auf die Leistungshöhe geachtet werden. Nicht bei allen Zahnersatztarifen, sind hochwertige moderne Versorgungsformen wie bspw. Implantate oder Vollkeramikkronen im ausreichenden Maße abgesichert. Folgend haben wir für Sie die 3 Leistungssieger in diesem Bereich zusammengefasst.

Unsere Top 3 Tarifempfehlungen:

  1. Münchener Verein 571
  2. DKV KDT85
  3. INTER Z90

Ohne Wartezeit

Sofortiger Versicherungsschutz ab Beginn

Mittlerweile gibt es diverse Tarife, die keine Wartezeit vorsehen. Dies bedeutet, dass Versicherte nicht erst mehrere Monate warten müssen, um beispielsweise eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Allerdings sollten selbstverständlich auch andere Leistungsdetails bei der Auswahl des passenden Tarifs beachtet werden. Tarifvarianten ohne Wartezeit findet man sowohl im Komplettschutzsegment, als auch im Bereich der Zahnzusatzversicherung, die lediglich Zahnersatz absichern. Folgend haben wir Ihnen die besten 3 Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit des Segments „Premium-Komplettschutz“ dargestellt.

Unsere Top 3 Tarifempfehlungen:

  1. Münchener Verein 571+572+573+574
  2. R+V Z1U+ZV
  3. INTER Z90

Zahnersatz Sofortleistung

Nur bedingt zu empfehlen

Für alle diejenigen, die erst an eine Zahnzusatzversicherung denken wenn die Diagnose vom Zahnarzt bereits gestellt wurde, gab es bis in die jüngste Vergangenheit keine Möglichkeit eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, die diesen bekannten Fall absichert. Seit einiger Zeit wirbt die ERGO Direkt mit ihrer Tarifvariante „Zahnersatz Sofort“, dass auch bereits diagnostizierte Behandlungsmaßnahmen abgedeckt sind. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass dieser Tarif lediglich den Festkostenzuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung abdeckt. Wem das reicht und wer sich zudem in einer laufenden Behandlungsmaßnahme befindet oder eine solche bereits angeraten ist, der sollte prüfen, ob dieser Tarif eventuell eine Option für den persönlichen Fall darstellt.

Ohne Gesundheitsfragen

Empfohlen bei aktuellen Behandlungsmaßnahmen

Die am Markt erhältlichen Zahnzusatzversicherungen lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen klassifizieren. Zum einen gibt es Tarife bei denen bei Antragstellung eine Gesundheitsprüfung in Form von Fragen zur Zahn- und Mundgesundheit stattfindet. Zum anderen die Tarifvarianten, die ohne eine solche Gesundheitsprüfung auskommen. Zahnzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen, sind gerade für diejenigen interessant, die sich aktuell in einer Behandlungsmaßnahme befinden oder bei denen beispielsweise bereits mehr als 3 Zähne fehlen und noch nicht ersetzt sind. Folgend haben wir Ihnen die besten 3 Zahnzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen des Segments „Premium-Komplettschutz“ dargestellt.

Unsere Top 3 Tarifempfehlungen:

  1. Münchener Verein 571+572+573+574
  2. R+V Z1U+ZV
  3. ERGO Direkt Premium